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Szenario B

Cyber und Desinformation

Sabotage und Manipulation der kritischen Infrastrukturen und der öffentlichen Meinungsbildung durch Cyberangriffe, Desinformationskampag­nen, Spionage etc. im Cyber- und Informationsraum

Tragen Sie Ihre Erkenntnisse direkt ins Factsheet ein!

Weiter geht’s in der Broschüre!

In der Broschüre (S. 21-25) finden Sie Fachinformationen zum Gefährdungsszenario B «Cyber und Desinformation».

  • Seite22

    Wie verändert der digitale Raum die Sicherheitspolitik?

  • Seite22

    Welche Formen von Cyberkriminalität gibt es?

  • Seite23

    Wer droht im Cyberraum?

  • Seite23

    Wie werden Cyberbedrohungen abgewehrt?

  • Seite24

    Was ist unter Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation zu verstehen?

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Einschätzung zur aktuellen Lage

Cyberbedrohungen gehören heute zu den grössten Sicherheitsrisiken für die Schweiz. Hinter Angriffen können staatliche Akteure, kriminelle Gruppen oder politisch motivierte Hacker stehen. Besonders Länder wie Russland und China verfügen über die Fähigkeit, in Computersysteme einzudringen und dort unbemerkt aktiv zu bleiben. Häufig sind Überlastungsangriffe, die digitale Systeme stören oder lahmlegen. Gleichzeitig nimmt Cyberkriminalität in Europa wieder zu. Besonders betroffen sind Banken, Unternehmen und Behörden. Viele Betrugsfälle finden heute online statt. Kriminelle nutzen dabei zunehmend künstliche Intelligenz, um täuschend echte Bilder, Videos oder Stimmen zu erstellen und Menschen gezielt zu täuschen.

Die wichtigsten Akteure im Bereich staatlicher Beeinflussung sind derzeit Russland und China. Russland setzt auf internationale Medienkanäle wie „RT“ oder „Sputnik“, nutzt KI, Trollfarmen und Netzwerke in westlichen Ländern, um seine Narrative zu verbreiten. China verfolgt systematische Strategien, beeinflusst über soziale Medien, aber auch über die chinesische Diaspora oder durch gezielten Einfluss auf Politikerinnen, Unternehmen und Universitäten. Beide Staaten verfolgen das Ziel, ihre politischen Interessen zu stärken und demokratische Systeme zu schwächen. Zudem nutzen sie multiple und widersprüchliche Narrative, um verschiedene Zielgruppen zu erreichen. Auch die Schweiz ist direktes Ziel solcher Aktivitäten.

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Quelle

Quellen und Meinungen

Feststellen und Melden von Cyberkriminalität

Sicherheits-Check: Der Verein «Swiss Internet Security Alliance», getragen von privaten Unternehmen und Behörden, stellt auf der Plattform iBarry Tools zur Verfügung, um den eigenen Computer und die Internetverbindung zu testen.

iBarry öffnen

Gemeldete Vorfälle: Auf der Website des Bundesamtes für Cybersicherheit können festgestellte Vorfälle und Schwachstellen gemeldet werden. Dort werden die Meldungen zu den aktuellen Bedrohungen aus dem Cyberraum statistisch ausgewertet.

Auswertung der gemeldeten Cybervorfälle pro Woche; nach Anzahl und Kategorie.

Aktuelle Statistiken ansehen

Das Bundesamt für Cybersicherheit veröffentlicht auf seiner Website die «Top Cyberbedrohungen des aktuellen Monats» sowie eine detaillierte Übersicht über weitere relevante Cyberbedrohungen.

«Top Cyberbedrohungen» ansehen

Cyberbedrohung im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg

Am 7. September 2022 veröffentlichte der Bundesrat einen Zusatzbericht zum Sicherheitspolitischen Bericht 2021, in dem er konkreter auf die Cyberbedrohung einging:

Mit dem Krieg haben denn auch russische Beeinflussungs- und Desinformationsaktivitäten gegenüber der Schweiz zugenommen, auch wegen ihres Standorts für viele internationale Organisationen. Die Cybervorfälle im Vorfeld und am Anfang der Invasion zeigen, dass Cybermittel in erster Linie zur Unterstützung militärischer Aktionen eingesetzt werden, mit zeitlich und schadenmässig limitierter Wirkung. Es wurde vor allem versucht, militärische Fähigkeiten der Ukraine einzuschränken, aber auch der Wirtschaft und Gesellschaft zu schaden, um den Verteidigungswillen zu schwächen. Die zunehmende internationale Vernetzung bedeutet, dass Cyberangriffe über Grenzen hinweg Auswirkungen haben und auch Schweizer Einrichtungen betreffen können. In einer eskalierenden Lage muss auch mit direkten Cyberangriffen gegen Ziele in der Schweiz gerechnet werden. Nichtstaatliche Cyberakteure sind bei Vorgehen und Wahl der Ziele freier, aber meistens handelt es sich um niederschwellige Vorfälle wie Angriffe auf die Verfügbarkeit von Webseiten, das Entwenden und Veröffentlichen von Daten oder deren Veränderung durch die Angreifer.

Die Bedrohung durch verbotenen Nachrichtendienst, auch gegen Drittstaaten, wird im Zusammenhang mit dem Krieg wahrscheinlich weiter zunehmen, insbesondere auf dem Platz Genf, der in Krisenzeiten durch die Präsenz von internationalen Organisationen, ausländischen Vertretungen und Nichtregierungsorganisationen gegenüber Spionage besonders exponiert ist.

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Aufgabe Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation

Stellen Sie sich vor, dass die Schweiz in naher Zukunft über ein neues Freihandelsabkommen mit einem wirtschaftlich wichtigen Staat abstimmt. Befürworter:innen versprechen sich dadurch wirtschaftlichen Aufschwung, mehr Arbeitsplätze und tiefere Preise. Dieser Staat verletzt jedoch systematisch Menschenrechte. Zudem verschmutzen die dortigen Fabriken die Umwelt übermässig. Gegner:innen warnen davor, dass die Schweiz dies mit einem Freihandelsabkommen legitimieren und begünstigen könnte.

Der Staat, mit dem die Schweiz dieses Freihandelsabkommen schliessen möchte, kontrolliert eine der beliebtesten Social-Media-Plattformen in der Schweiz. Im Vorfeld der Abstimmung findet auf dieser Plattform eine hitzige, konfrontative und emotional geführte Debatte statt. Eine Schweizer Zeitung berichtet, dass es Hinweise gibt, dass diese von ausländischen Akteuren manipuliert wird.

Konkrete Fragen:

  • Wie, warum und mit welchen konkreten Zielen könnten ausländische Akteure versuchen, Ihre Meinung und den Ausgang der Abstimmung in beide Richtungen zu beeinflussen?

    Arbeitshinweis: Ausländische Akteure mit Beeinflussungsinteressen könnten z.B. aus dem Staat, mit dem ein Freihandelsabkommen verhandelt wird, oder einem Drittstaat, der eine Annäherung der Schweiz an dieses Land verhindern will, kommen.

  • Warum sind Sie ein interessantes Ziel solcher Beeinflussungsaktivitäten?

  • Wie können Sie Beeinflussungsaktivitäten und Desinformation in den sozialen Medien erkennen?

  • Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach der Staat, die Bildungsstätten, die Medien, private Firmen wie Social-Media-Plattformen und die Gesellschaft beim Umgang mit Beeinflussungsaktivitäten wie Desinformation?

Wie geht’s weiter?

  • Ergänzen Sie Ihr Factsheet mit den gewonnenen Erkenntnissen. Speichern Sie das fertige Factsheet auf Ihrem Computer oder auf Ihrer Klassenplattform ab. Bearbeiten Sie danach ein zweites Szenario Ihrer Wahl.

  • Falls Sie bereits zwei Szenarien bearbeitet haben, wechseln Sie nun auf die Klassenplattform und studieren die Factsheets Ihrer Kolleg:innen. Im Anschluss füllen Sie den Sicherheitsspider ein zweites Mal aus und vergleichen das Resultat mit Ihrer ersten Einschätzung.