- Wie wahrscheinlich ist dieses Gefährdungsszenario für die Schweiz? Begründen Sie Ihre Einschätzung mit Argumenten aus der Broschüre und der Webseite. (Welche Entwicklungen oder Hinweise sprechen dafür oder dagegen?)
- Welche möglichen Auswirkungen hätte dieses Szenario auf die Schweiz? (Denken Sie etwa an die Bevölkerung, Wirtschaft, Umwelt, Infrastruktur oder Politik.)
- Welche wichtigsten Erkenntnisse aus dem Lehrmittel sollte Ihre Gruppe weiter zu diesem Thema wissen? (Zentrale Fakten, Beispiele, Zusammenhänge oder mögliche Lehren für die Zukunft.)
Katastrophen und Notlagen
Durch Menschen, Technik und Natur verursachte Krisenlagen; zunehmende Anfälligkeit aufgrund der Klimaerwärmung, Urbanisierung und Digitalisierung (zum Beispiel Häufung von Naturkatastrophen durch Umweltbelastung, ansteigendes Risiko für Pandemien durch Globalisierung etc.)
Weiter geht’s in der Broschüre!
In der Broschüre (S. 16-29) finden Sie Fachinformationen zum Gefährdungsszenario A «Katastrophen und Notlagen».
- Seite17
Was versteht man unter Katastrophen und Notlagen?
- Seite18
Wie anfällig ist die Schweiz für Katastrophen und Notlagen?
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Wie ist der Bevölkerungsschutz entstanden?
Einschätzung zur aktuellen Lage
Der Klimawandel erhöht auch in der Schweiz das Risiko von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Hitzewellen oder Waldbränden. Solche Ereignisse können grosse Schäden verursachen und wichtige Bereiche wie Stromversorgung, Verkehr oder Gesundheit stark beeinträchtigen. Auch Cyberangriffe oder technische Ausfälle stellen eine wachsende Gefahr dar, besonders wegen der starken Vernetzung der Schweizer Infrastruktur. Um besser vorbereitet zu sein, werden Bevölkerungsschutz, Zivilschutz, Feuerwehr, Polizei und Gesundheitswesen enger vernetzt und modernisiert. Gleichzeitig soll das Gesundheitswesen für Krisen gestärkt und genügend Personal für den Schutz der Bevölkerung sichergestellt werden. Zudem sollen Schutzräume, Führungsanlagen und Alarmierungs- und Informationssysteme modernisiert werden. Eine besondere Herausforderung ist der Ausbau des Gesundheitswesens zur Bewältigung von ausserordentlichen Lagen mit vielen Verletzten, bei Pandemien oder bei Ereignissen mit gefährlichen Stoffen (z. B. Chemie oder Radioaktivität).
Eine weitere Herausforderung stellt die personelle Ressourcierung des Zivilschutzes dar. Zurzeit wird geprüft, das Dienstpflichtsystem anzupassen und Zivilschutz und Zivildienst in einer neuen Organisation für den Katastrophenschutz zusammenzuführen.
Quellen und Meinungen
«Es geht auch so»
1969 erhielten alle Schweizer Haushalte das Büchlein «Zivilverteidigung» mit dem Slogan «Es geht auch so». Damit bereitete der Bundesrat die Bevölkerung auf eine Notlage im Zusammenhang mit einem Krieg im Ausland vor.
Auszug aus dem Zivilverteidigungsbuch von 1969; © EJPD.
«Kluger Rat – Notvorrat»
Auf seinem Merkblatt vom November 2020 empfiehlt das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) der Bevölkerung, die folgenden Lebensmittel und Verbrauchsgüter als Notvorrat anzulegen:
Getränke: 9 Liter Wasser pro Person, weitere Getränke
Lebensmittel für rund eine Woche: zum Beispiel Reis, Teigwaren, Öl, Fertiggerichte, Salz, Zucker, Kaffee, Tee, Dörrfrüchte, Müesli, Zwieback, Schokolade, UHT-Milch, Hartkäse, Trockenfleisch, Konserven
Verbrauchsgüter: batteriebetriebenes Radio, Taschenlampe, Ersatzbatterien, Kerzen, Streichhölzer/Feuerzeug, Gaskocher
Und ausserdem: regelmässig benötigte Hygieneartikel und Arzneimittel, etwas Bargeld, Futter für Haustiere

Beispiel für eine Notlage: Strommangellage
Was ist eine Strommangellage und wie kommt es dazu? Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) erklärt in einem kurzen Video das Risiko einer Strommangellage.
Füllstand der Speicherseen: Auf der Website «Energiedashboard Schweiz» des Bundesamts für Energie (BFE) kann der Füllstand der Speicherseen, die der Schweiz gewissermassen als Batterie dienen, wöchentlich abgelesen werden.
Stromproduktion und Stromverbrauch: Die Schweiz kann dank der Wasserkraftwerke auch Spitzen des Verbrauchs abdecken. Sie ist allerdings im Winter und bei Wassermangel auf Elektrizitätsimporte angewiesen. Auf dem Energiedashboard des BFE können die produzierte, die verbrauchte sowie die importierte Menge täglich abgelesen werden.
Weitere Mangellagen
Auf der Website des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) kann man sich über die Versorgungslage mit Lebensmitteln, Heilmitteln und Energie informieren.
Für den Fall, dass die Importe ins Stocken geraten oder gar unterbrochen werden, gibt es in der Schweiz Pflichtlager für lebensnotwendige Güter. SRF News berichtete zu Beginn der Coronapandemie 2020 über die Bedeutung der Pflichtlager, als sich eine Verschärfung der Versorgungslage abzeichnete:
SRF ECO, 30.3.2020: «Volle Pflichtlager bei Nahrungsmitteln»
SRF ECO, 6.4.2020: «Corona-Pandemie verschärft die Versorgungslage»
Beispiel für eine Katastrophe: Erdbeben
Katastrophen lassen sich aufgrund ihres plötzlichen Eintretens kaum voraussagen. Auf der Website des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED) können immerhin alle in der Schweiz und im grenznahen Ausland registrierten Erdbeben der letzten 90 Tage ermittelt werden. Die verspürten Erdbeben kann man sogar bis 2002 zurückverfolgen.
Auswirkungen der Sperrung der Strasse von Hormus auf die Versorgungssicherheit
Die Strasse von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten für Energie weltweit. Etwa ein Viertel des weltweiten Rohöltransports und rund ein Fünftel des globalen Flüssiggas-Handels verlaufen durch diese Meerenge. Deshalb reagieren die internationalen Energiemärkte sehr empfindlich auf Konflikte oder Spannungen in dieser Region, was zu Preisschwankungen auf den internationalen Märkten führt. Dies schlägt unmittelbar auf die Preise durch, auch wenn die Versorgungssicherheit in der Schweiz gewährleistet ist.
Wie geht’s weiter?
Ergänzen Sie Ihr Factsheet mit den gewonnenen Erkenntnissen. Speichern Sie das fertige Factsheet auf Ihrem Computer oder auf Ihrer Klassenplattform ab. Bearbeiten Sie danach ein zweites Szenario Ihrer Wahl.
Falls Sie bereits zwei Szenarien bearbeitet haben, wechseln Sie nun auf die Klassenplattform und studieren die Factsheets Ihrer Kolleg:innen. Im Anschluss füllen Sie den Sicherheitsspider ein zweites Mal aus und vergleichen das Resultat mit Ihrer ersten Einschätzung.